Gerhart R. Baum, BM des Inneren a.D.

Gerhart R. Baum, BM des Inneren a.D.

Vorsitzender des Beirats seit April 2007












Ausbildung und Beruf

1954 Abitur, danach Studium der Rechtswissenschaft in Köln, 1957 erstes und 1961 zweites juristisches Staatsexamen. Anschließend Rechtsanwalt in Köln, 1962 bis 1972 Mitglied der Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA), seit 1994 erneut Tätigkeit als Rechtsanwalt in der Kanzlei baum-reiter & collegen mit Spezialisierung auf Anleger- und Verbraucherschutz. In der Vergangenheit u.a. Vertretung der Opfer des Ramstein-Unglücks, der Angehörigen des Concorde-Unglücks und der russischen Zwangsarbeiter gegen die Bundesregierung.

Öffentliche Ämter

Von 1969 bis 1973 Mitglied im Rat der Stadt Köln und hier Vorsitzender der FDP-Fraktion, 1972 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages; am 15. Dezember 1972 Berufung in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern; Weiterführung des Amtes unter Bundeskanzler Helmut Schmidt; am 8. Juni 1978 nach dem Rücktritt von Werner Maihofer Ernennung zum Bundesminister des Innern; Rücktritt am 17. September 1982 nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition gemeinsam mit den übrigen FDP-Bundesministern; nach dem Ende der aktiven politischen Laufbahn Tätigkeit für die UNO, 1992-1998 deutscher Vertreter in der Menschenrechtskommission der VN, u.a. als Beauftragter für die Menschenrechte im Sudan.

Parteifunktionen

Seit 1954 Mitglied der FDP, 1966 bis 1968 Bundesvorsitzender der Jungdemokraten, 1966 bis 1998 Mitglied im FDP-Bundesvorstand, 1970 bis 1990 Mitglied des FDP-Landesvorstands von Nordrhein-Westfalen, 1978 bis 1991 Mitglied im Präsidium der FDP, 1982 bis 1991 Stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender.

Verfassungsbeschwerden

Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität („Großer Lauschangriff“), zusammen mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Burkhard Hirsch, am 3. März 2004 entschieden  durch das Bundesverfassungsgericht (Az.: 1 BvR 1084/99).
Verfassungsbeschwerde gegen das Luftsicherheitsgesetz, zusammen mit Burkhard Hirsch und vier weiteren Klägern, am 15. Februar 2006 entschieden durch das Bundesverfassungsgericht (Az.: 1 BvR 357/05).
2007 Verfassungsbeschwerde gegen das Verfassungsschutzgesetz NRW betreffend Online-Durchsuchung.

Kulturelles Engagement

Förderer der Neuen Musik und engagierter Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks; Vorsitzender des Fördervereins der Kölner Ausstellungsinitiative "Fuhrwerkswaage" und von „Musik der Jahrhunderte“ (Stuttgart), seit 1. Juli 2005 Sprecher des Kulturrates NRW.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Zusammen mit J. Bölsche (Hg.): Der Weg in den Überwachungsstaat. Mit neuen Dokumenten und Stellungnahmen von Gerhart Baum. Reinbek bei Hamburg 1979.
  • Zusammen mit A. Jeschke und W. Malanowski (Hg.): Der Minister und der Terrorist. Gespräche zwischen Gerhart Baum und Horst Mahler. Reinbek bei Hamburg 1980.
  • Zusammen mit R. L. Schreiber (Hg.): Arche Noah 2000. Unsere Umwelt braucht unsere Hilfe. Mit Beiträgen und Kommentaren von Gerhart R. Baum. Stuttgart: 1980.

  • Deutsche Innenpolitik. Der Staat auf dem Weg zum Bürger. Berlin 1980.

  • Gewalt von rechts. Beiträge aus Wissenschaft und Publizistik. Hrsg. vom Referat Öffentlichkeitsarbeit gegen Terrorismus im Bundesministerium des Innern 1982.

  • Menschenrechtsschutz in der Praxis der Vereinten Nationen. Baden-Baden 1998.

  • Menschenrechtspolitik ist immer Einmischung. Eine internationale Bestandsaufnahme. In: Vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, 43, Nr. 2 (2004), 5-13.

  • Die Hölle auf Erden beenden. Die Lage in Sudan gebietet Einmischung. In: Vereinte Nationen. Zeitschrift für die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen, 53, Nr. 2 (2005), S. 46ff. ISSN 0042-384X.