Gesprächsforum "Werte und Erfolg" in Berlin am 30.06.08
Das Dialog-Forum "Werte und Erfolg" wurde nach der Auftaktveranstaltung in Augsburg am 30. Juni 2008 in Berlin am Wannsee fortgesetzt.

Typ: Abendveranstaltung, Podiendebatte mit Publikumsdiskussion und Empfang

Termin: Freitag, 30. Juni 2008, 18.30 Uhr
Ort: Evangelische Bildungsstätte Schwanenwerder
Teilnehmerzahl: 100











Fachliche Leitung/Moderation:

  • Prof. Dr. Matthias Schmidt, Geschäftsführender Vorstand KLaus-Dieter-Trayser-Stiftung, Kassel
  • Dr. Martin Booms, Direktor Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur, Bonn
Referenten/weitere Podienteilnehmer:
  • Wilfried Franz, Gründer und Aufsichtsrat der Spiele Max AG, Berlin
  • Andreas Hülsen, Laufbahnberater Olympiastützpunkt Berlin

Verlauf der Veranstaltung:

Im Fokus des Berliner Gesprächsforums lagen die Bedingungen für Scheitern und Erfolg aus persönlicher unternehmerischer Perspektive und das Verhältnis von Werten und Erfolg im Spitzensport. Hierzu referierten: Wilfried Franz, Gründer und Aufsichtsrat der Spiele Max AG (Vortragsthema: "Erfolg und Scheitern. Fehler und Erfolgsfaktoren eines Unternehmers"), und Andreas Hülsen, Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Berlin (Thema: "ERfolg im Spitzensport - Werte im Schatten?"). Im Gespräch mit dem Philosophen und ask-Direktor Dr. Martin Booms ging es dabei vor allem um die Frage der Zurechenbarkeit von moralischer Verantwortung: Wieviel Verantwortung ist dem einzelnen Akteur - sei es dem Spitzenathleten im Sport, sei es dem Unternehmensverantwortlichen in der Wirtschaft - persönlich zuzuschreiben, und wieviel Verantwortung liegt in den überpersönlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich beide bewegen? Inwieweit ist es dem einzelnen Akteur zuzumuten, aus moralischen Gründen auf sportlichen oder unternehmerischen Erfolg zu verzichten, wenn dieser moralische Einsatz innerhalb der Spielregeln des Gesamtsystems nicht anerkannt wird? In diesem Kontext forderte Dr. Booms eine neu definierte Form des Unternehmenslobbyismus ein, der auf die Einhaltung oder Etablierung von ethisch begründeten Rahmenbedingungen zielt und bei bestehenden Defiziten offen auf die dadurch entstehende moralisch-ökonomische Dilemmasituation für die Marktakteure hinweist.