Die philosophische Dimension von Politik
Politische Grundfragen, die in Zeiten binnengesellschaftlicher und globaler Umbrüche gegenwärtig vielerorts neu diskutiert werden, stehen in einem geistigen und geistesgeschichtlichen Kontext, der für ein angemessenes Verständnis und für eine angemessene politische Behandlung nicht außer Acht gelassen werden darf. Viele an der Oberfläche sichtbare Sachzusammenhänge der gesellschaftlich-politischen Realität wurzeln im verborgenen Grund bestimmter Ideenzusammenhänge und geistiger Grundwertungen, die in ihrer wirklichkeitsstiftenden Funktion vielfach nicht oder nicht mehr hinreichend bewusst sind. Das im öffentlichen Leben praktisch zum Ausdruck kommende politische, kulturelle und ökonomische Selbstverständnis einer Gesellschaft hat ein unsichtbares Fundament in Form theoretisch beschreibbarer Grundannahmen etwa anthropologischer, weltanschaulicher oder ethischer Art – Grundannahmen, die (geistes-)geschichtlichen Verschiebungen bzw. „Paradigmenwechseln“ unterliegen können und die hinsichtlich ihres Geltungsanspruchs daher selbst wieder zu reflektieren sind. Der Schwerpunkt Philosophie und Politik will versuchen, ein Bewusstsein für die Relevanz, die Variabilität und das Spektrum derartiger ideeller Leitideen und geistigen Grundvoraussetzungen zu schaffen.

Die politische Dimension von Philosophie

Ein solches Bewusstsein, das aus dem philosophischen Wissen schöpft, ist aber selbst wieder in einem umfassenden Sinne politisch: Praktische Entscheidungen (Handlungen), die die politische, gesellschaftliche und ökonomische Wirklichkeit gestalten, setzen theoretische Entscheidungen (Konzepte) voraus; theoretische Entscheidungen aber beruhen auf Grundlagenkenntnissen (Wissen). Dieses Grundlagenwissen an der Schnittstelle zwischen Politik, Philosophie und Gesellschaft in den öffentlichen und politischen Raum zu vermitteln und in geeigneten Formten zugänglich zu machen, ist daher Zielsetzung des Schwerpunktes Philosophie und Politik.

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