Philosophie der Wirtschaft
Beginn: 03.11.2006, Ende 09.02.2007, Universität Bonn, zusammen mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Gerhart R. Baum.

Motto

„Im Reich der Zwecke hat alles entweder einen Preis oder eine Würde. [...] Was sich auf die allgemeinen Neigungen und Bedürfnisse bezieht, hat einen Marktpreis; [...] das aber, was die Bedingung aus­macht, unter der etwas allein Zweck an sich selbst sein kann, hat nicht bloß einen relativen Wert, d.i. einen Preis, sondern hat einen inneren Wert, d.i. Würde.“
(Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten)

„Die Geltung oder der Wert eines Menschen ist wie der aller anderen Dinge sein Preis. Das heißt, er richtet sich danach, wie viel man für die Benützung seiner Macht bezahlen würde und ist deshalb nicht absolut, sondern von dem Bedarf und der Einschätzung eines anderen abhängig.“
(Thomas Hobbes, Leviathan)

Fragestellung

Textheft Philosophie der Wirtschaft

Wirtschaftsfragen sind von zentraler Bedeutung sowohl für das neuzeitliche Gesellschafts- und Politikverständnis im Ganzen, aber auch für eine Vielzahl aktueller gesellschaftspolitischer Fragen. In diesem Zusammenhang  besteht die Aufgabe einer genuin philosophischen Analyse darin, die nicht-ökonomischen Grundlagen und Konstituenten von Wirtschaft transparent zu machen: Welche weltanschaulichen, sinnstiftenden Faktoren bedingen die Entste­hung des ökonomischen System von  Kapitalismus und Marktwirtschaft? Welche ganzheitlichen Grundan­nahmen (etwa religiöser, metaphysischer oder anthropologischer Art) bilden den Hintergrund für diese Entwick­lung? Was unterscheidet strukturell Geld- und Marktwertigkeit von Werten im ideell-ethischen Sinne, und welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden? Sind etwa der häufig beklagte Verlust der Werte (als ethische Größe) und das Wohlstandsstreben nach materiellen Werten zwei Seiten einer Medaille? In welchem Zusam­menhang stehen überhaupt das Streben nach dem Guten und das Streben nach Wohlstand? Welches Verständnis von Welt liegt dem Begriff der Globalisierung zugrunde? Welche Formen nicht-ökonomischer Globa­lisierungskonzepte gibt es, und wie sind diese auf den wirtschaftlichen Globalisierungsbegriff bezogen? In wel­chem Zusammenhang steht die Struktur eines markt-, d.h. tauschorientierten Handelsprinzips zu menschlicher Welthabe, in welchem Zusammenhang steht ein globalisierter „Handelsgeist“ (Kant) zum Ideal eines weltweiten Friedenszustands?


Das ausführliche Text- und Programmheft zu dieser Veranstaltung ist gegen eine Schutzgebühr von 10,- € zzgl. 19% MwSt zzgl. Versandpauschale von 3,- € auf Anfrage erhältlich.