Diskurs über Heimat
Öffentliche Diskussionsveranstaltung, veranstaltet von der Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur am 06. Februar 2009 an der Universität Bonn

Publikum in der Universität Bonn

Die Podiendiskussion zum Thema Heimat war die Abschlussveranstaltung der Kolloquien-Reihe "Philosophie der Heimat". Dabei ging es um die Bedeutung von Heimat in ihrer Bedeutung für die Region und den Lokalbereich. Ist Heimat in der regionalen und lokalen Bestimmung angesichts der Globalisierungstendenzen obsolet geworden? Oder ist Heimat gerade deshalb notwendiger denn je? Wie ist aber eine solche Heimat bestimmt: als räumliche Ortszugehörigkeit oder als soziale Kategorie lebensweltlicher bzw. arbeitsbezogener Eingebundenheit?
Diese und weitere Fragen wurden diskutiert im Hinblick auf aktuelle Integrationsfragen, aber auch im Hinblick auf die Bedeutung der regional und lokal bezogenen Medien als Spiegelbild und Mitgestalter des regionalen Heimatkonzepts.
Für die Chefin der WDR-Fernsehregionalprogramme Gabi Ludwig ist der Begriff der Heimat nicht etwa ein alter Hut, sondern "ein junger Begriff". Sie berichtete ausführlich über die vom WDR in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zum Heimat-Verständnis der Menschen in Nordrhein-Westfalen, aus der sich das Bild einer stark sozialen Definition von Heimat ("Freunde und Familie") ergebe. Auch Andreas Tyrock, Chefredakteur der "Heimat-Zeitung" für den Bereich Bonn, sieht eine Renaissance des Heimatbegriffs sowie die Notwendigkeit, den Menschen vor Ort Heimat zu vermitteln; das bedeute auch, ortstypsiche Gebräuche in die redaktionelle Konzeption einfließen zu lassen. In Bezug auf die migrationsgeprägte Gesellschaft sei es aber nicht das richtige Konzept, für die verschiedenen Gruppierungen gleichsam separierte besondere Rubriken und Angebote zu machen, vielmehr gehe es darum, Themen zu finden, die die Menschen insgesamt – unabhängig von einem vorhandenen oder nicht vorhandenen Migrationshintergrund – bewegten.